
Warum es zum Jahresende nicht ruhiger wird – und was wirklich hilft
„Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger.“
Dieses Zitat von Karl Valentin begleitet mich jedes Jahr, sobald die Vorweihnachtszeit beginnt.
Die „ruhige Zeit“ bedeutete früher:
Es gab weniger zu tun. Die Ernte war geschafft, die Tiere im Stall, die Tage wurden kürzer, und die Natur zog sich zurück.
Heute arbeiten wir anders, und auf das Tageslicht sind wir längst nicht mehr angewiesen.
Dennoch bleibt die Sehnsucht nach Ruhe – offenbar schon zu Valentins Zeiten bekannt.
Zum Jahresende
wollen wir im Job alles Mögliche abschließen, wir planen privat das perfekte Weihnachtsfest und schauen nicht nur auf Geschenke und Festessen, sondern auch auf ein harmonisches Zusammensein mit Freunden und Liebsten.
Dieser Anspruch setzt uns unter Druck.
Und wie so oft, wenn der Druck steigt, bleibt die Selbstfürsorge auf der Strecke – dabei ist sie gerade jetzt so dringend nötig.
Was können wir tun, um Druck abzubauen und wieder zu mehr Gelassenheit zu finden? Hier sind ein paar wirksame Methoden:
Bewusstsein schaffen:
Akzeptiere, dass Selbstfürsorge ein physiologisches Bedürfnis ist, so grundlegend wie Essen oder Schlaf. Sie ist kein Hobby oder Luxus, sondern Voraussetzung für Gesundheit und dafür, anderen angemessen begegnen zu können.
Wünsche definieren:
Schreibe auf, was dir guttut – Kreativität, Sport, Meditation, Lesen oder einfach nur auf dem Sofa liegen. Was genau Ausgleich für dich bedeutet, ist individuell und kann sich ändern.
Konkrete Zeit festlegen:
Blockiere feste Zeitfenster im Kalender – 30 Minuten am Morgen oder ein ganzer Nachmittag. Ohne Planung kippen Vorhaben leicht hinten rüber. Nimm dich selbst wichtig!
Realistisch planen:
Nutze dein Freiraumfenster für Ausgleich und Regeneration. In Stein gehauene und ambitionierte Vorhaben (z. B. jeden Morgen eine Stunde joggen) können kontraproduktiv sein. Es geht nicht um 24/7-Leistung, sondern um eine Auszeit für Dich.
Aktivitäten variieren:
Wechsel zwischen ruhigen Momenten (Kaffee, Natur) und aktiven Tätigkeiten (Sport, Lesen) – je nachdem, was du gerade brauchst.
Prioritäten setzen:
Lerne Nein zu sagen und unwichtige Dinge zu streichen, damit Platz für das Wesentliche bleibt. Ziel ist Entlastung, nicht permanente Effizienz.
Und denke daran:
Übung macht den Meister. Am Anfang ist es oft schwer, Zeitfenster einzuhalten – selbst das Flugmodus-Schalten des Telefons für 30 Minuten fällt vielen schwer.
Aber Übung hilft.
Probiere es aus und überlege, ob es sich lohnt, etwas davon mit ins neue Jahr zu nehmen.
Denn erfahrungsgemäß wird es nicht wieder ruhiger, bloß weil die stille Zeit vorbei ist!
Eure
Hilde Kloster & Christine Wall-Pilgenröder
