
Kleine Pausen - große Wirkung
Montagmorgen. Die To-do-Liste ist voll, das Handy vibriert unaufhörlich – und schon beim ersten Kaffee zieht der Rücken. Unser Körper sendet klare Signale, wenn er überlastet ist.
Doch wie oft hören wir wirklich hin?
In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist
Diese alte Weisheit kennen wir alle. Und gerade wenn der Stresspegel steigt, wenn die Verantwortung in Krisen wächst, spüren wir nicht nur mentale Anspannung. Wir haben Rückenschmerzen, Druck in den Schultern, Muskelschmerzen und und und … Unser Körper sendet uns ganz klare Signale. Doch was tun wir?
Warum wir Warnsignale wegdrücken
Wir wissen es von uns selbst: Wir sind Meister darin, solche Signale wegzudrücken oder herunterzuspielen – nach dem Motto: „Da muss ich jetzt durch, das wird schon wieder weggehen!“
Wir glauben, wir müssen dies tun, weil wir meinen, Stärke zeigen zu müssen: Willensstärke („Ich lasse mich doch nicht unterkriegen!“), Führungsstärke („Ich bin hier gerade nicht abkömmlich!“). Geht Dir das auch so?
Das Verrückte ist:
Wir alle spüren, wir sind nicht in unserer Kraft und machen trotzdem weiter … und gefährden dadurch das Fundament eines gesunden Lebens und souveräner Führung.
Eine Auszeit ist kein Zeichen von Schwäche.
Sie bedeutet kein Zurückweichen, sondern eine bewusste Entscheidung, wieder bei sich anzukommen. Sie entschleunigt straff getaktete Tage, schärft den Blick für das Wesentliche und lehrt uns, die leisen Bedürfnisse unseres Körpers wieder ernst zu nehmen.
Wie kleine Pausen wirken
Was würde passieren, wenn wir dem Körper heute zuhören? Vielleicht entdecken wir Spannungen, die wir loslassen dürfen. Vielleicht finden wir neue Energie, die wir sofort nutzen können. Auszeiten brauchen keinen perfekten Plan – sie brauchen einen Anfang, der sich gut anfühlt. Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause, eine stille Minute am Fenster, bewusstes Atmen vor einem Meeting oder ein Wochenendausflug, der Abstand schafft und neuen Weitblick öffnet.
Fokussierung im Alltag
Fokussierung bedeutet nicht, alles andere auszublenden oder Verantwortung zu vernachlässigen, sondern bewusst Prioritäten zu setzen:
- Was erfüllt mich?
- Was braucht mein Körper jetzt dringend?
- Welche Aufgaben sind wirklich wichtig – und was kann warten?
Wenn wir das schaffen, kehren Ruhe und Klarheit zurück – und mit ihnen die Fähigkeit, souveräne Entscheidungen zu treffen und nachhaltig zu handeln.
Auszeiten als strategische Investition
Eine Auszeit ist kein Luxus, sondern eine Investition in unsere Leistungsfähigkeit – persönlich wie beruflich. Wer regelmäßig Abstand gewinnt, stärkt Resilienz, Kreativität und Gelassenheit.
Und Führung bedeutet auch: zu wissen, wann man selbst wieder in Balance kommen muss.
5 kleine Auszeiten für jeden Tag
- 2-Minuten-Check-in: Augen schließen, tief atmen, Herzschlag spüren.
- 5-Minuten-Frischluft: Kurz nach draußen gehen – ohne Handy.
- 10 bewusste Atemzüge: Vor einem Meeting innehalten, Schultern sinken lassen.
- Dankbarkeits-Moment: Einen Gedanken notieren, wofür Sie gerade dankbar sind.
- Digital-Pause: Handy für 15 Minuten bewusst weglegen.
Vielleicht ist der erste Schritt heute schon ein kleiner: eine Pause, die sich gut anfühlt.
Nicht als Belohnung, sondern als Grundstein.
Denn in gewählter Ruhe wächst die Kraft, klar, authentisch und entscheidungsstark zu handeln.
Eure
Hilde Kloster & Christine Wall
